Behinderungsbewältigung, Begleitung und Unterstützung von Eltern - schwierige Elterngespräche führen

Das Verständnis für seelische Reaktionen, Verhaltensweisen und erzieherische Umgangsformen, die Eltern behinderter oder schwer kranker Kinder zu erkennen geben, ist in der Frühförderung zentral für den Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Therapeut und Eltern. Je nach dem inneren Modell, den persönlichen Maßstäben wird ein bestimmtes Bewältigungsverhalten ganz unterschiedlich gesehen und bewertet. Oft geraten Mitarbeiter in der Frühförderung dann in Situationen, in denen man sich überfordert, ratlos oder unzufrieden fühlt.

 

Inhalte

  • In diesem Seminar werden Modellvorstellungen über den Bewältigungsprozess bei Eltern behinderter Kinder dargestellt und diskutiert. Dabei wird es auch ein Ziel sein, sich in unterschiedliche Belastungen einzufühlen um diese besser verstehen zu lernen. Erfahrungen aus der klinischen Praxis kommen ebenso zur Sprache wie die im Zeitverlauf sich wandelnden wissenschaftlich-theoretischen Entwürfe: Behinderung des Kindes als Trauma-Erfahrung, Abwehr und Trauer, familiensystemische Veränderungen, Interaktionsstörungen – aber auch Bereicherung und Erleben von Sinnhaftigkeit. Einen breiten Raum wird der Austausch über persönliche Idealvorstellungen von Bewältigung einnehmen um eigene Erwartungen kennen zu lernen, die man den Eltern entgegenbringt. Ferner werden Möglichkeiten vorgestellt und erprobt, ressourcenorientiert und konstruktiv auf Bewältigungsreaktionen einzugehen.
  • Von den Teilnehmern eingebrachte herausfordernde Begegnungen mit Eltern werden auf das Bewältigungsthema hin untersucht und geeignete Formen der Kontakt- und Beziehungsaufnahme gesucht. Gesprächstechniken werden nach einem eklektischen Modell auf der Grundlage von Kommunikationstheorie, Personzentrierter Psychotherapie und familienorientierter-ressourcenzentrierter Perspektive vermittelt. In dem Seminar geht es darum, dialogische Fertigkeiten zu erweitern, indem kritische Situationen praktisch geübt werden. Zu den Inhalten gehören das Erkennen von Signalen für Gefühlslage und Beziehungswunsch des Gesprächspartners anhand dessen nonverbaler Kommunikation und dem vorgebrachten, ausgesprochenen Anliegen, das Verstehen der sich entwickelnden Beziehung und das Verständnis für Sorgen und Ängste, die sich hinter Anspruch und Abwehr verbergen können. Dazu finden Übungen in der Kleingruppe oder im Plenum anhand von Arbeitsmaterial oder Rollenspielen statt. Praxisrelevante Szenarien wie diagnostische Befunde und Beobachtungsergebnisse an Eltern zu vermitteln, mit emotionalen Reaktionen auf belastende Mitteilungen umzugehen, fordernden und Nähe suchende Eltern zu begegnen werden durchgespielt.

Termin

08. Februar 2019
09:00 / 16:00 Uhr

Ort

Nikolauspflege
Am Kräherwald 271
70193 Stuttgart

Konferenzraum

Kursleitung

Dr. phil. Matthias Paul Krause
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut (Gesprächspsychotherapeut, Psychodramatherapeut), Supervisor


Ausgebucht

Kursgebühr

85,00 € intern
95,00 € extern

Kursnummer

ÜT06

Anmeldeschluss

08. Januar 2019

Zielgruppe

Vorrangig Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Frühkindliche und Schulische Bildung und des Sonderpädagogischen Dienstes

Teilnehmer

20

Bei Rückfragen

Corinna Jorzick
Tel. +49 (711) 6564 – 913
Corinna.Jorzick@nikolauspflege.de


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