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Besucher bei der Eröffnung des Schlossgartens

Ein fröhlicher Ort für alle

Der neue Schlossgarten ist am Freitag, 24. Mai, in Stammheim eröffnet worden. Mit viel Grün, blühenden Kräutern, Kuchen, herzhaftem Buffet, frisch Gegrilltem, Mitmachaktionen und Musik der Sixteens.

29.05.2019

„Der Brunnen gefällt mir am besten“, sagt eine blinde Besucherin, die im Haus am Schloss wohnt. Für sie ist das frische Plätschern ein Wohlklang für die Ohren. Ihre Schwester ist extra zum Fest aus St. Johann angereist. „Der Garten ist wunderbar für die Sinne“, findet sie. Und wenig später spazieren beide zu den Duftkräutern. Angenehm würzig riecht es hier nach Salbei, Minze, Schnittlauch und Basilikum. Ein paar Schritte weiter haben Mädchen und Jungen der Evangelischen Kindertagesstätte Stammheim die Murmelbahn in den Handläufen entlang des Wegs entdeckt. Das macht besonders Spaß, weil noch bunte Holzzwerge beim Wettrennen der Kugeln zugucken. Eine andere Gruppe freut sich über Seifenblasen der Clownin Luna Luftig und angelt Spielzeugfische aus dem Schlossbrunnen-Teich.

„Für unsere Kinder ist es hier sehr spannend“, sagt Kita-Leiter Gerd Steinemann. Schon beim Spatenstich waren die Drei- bis Sechsjährigen dabei gewesen und hatten gesungen. Und viele Fragen gestellt. Wie etwa: „Wie sehen Menschen, die nichts sehen, Farben und wie ziehen sie sich die passenden Kleider an?“ Auch den Snoezelen-Raum im Haus am Schloss finden die Kinder spannend oder mit verbundenen Augen mit einem Glockenball zu spielen. „Uns ist wichtig, dass die Kinder erleben, dass Menschen auch mit einem Handicap sehr viel können“, sagt Gerd Steinemann.

Auf einer Bank hat es sich ein älteres Paar bequem gemacht. Der 82-Jährige Rollstuhlfahrer wohnt im Luise-Schleppe-Haus. „Als kleiner Kerle habe ich Schwester Luise noch persönlich kennen gelernt“, erzählt er. Früher sei der Schlossgarten noch ein Gemüse- und Nutzgarten gewesen. Heute kann sich der Bewohner dort problemlos mit dem Rollstuhl bewegen.

„Ein schöner Garten wischt den Staub des Alltags von der Seele“, sagt Petra Mack bei ihrer Eröffnungsrede. Die Leiterin des Geschäftsbereichs Teilhabe Erwachsene der Nikolauspflege lobt die gute Zusammenarbeit von Haus am Schloss und Luise-Schleppe-Haus/Schloss. Dank zahlreicher Spenden, Förderungen und tatkräftiger Hilfe ist das Gemeinschaftsprojekt der Nikolauspflege und der Evangelischen Altenheimat zum lebendigen Sinnesgarten geworden. „Ein Garten zum Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken“, sagt Simone Westhoff, die Leiterin des Hauses am Schloss. Was jetzt noch fehlt, sind Sitzgruppen, Sonnenschutz und Schaukel-Hänge-Elemente. Deshalb sammelt sie mit Ronny Martin, dem Heimleiter des Luise-Schleppe-Hauses, während des Festes noch weitere Spenden. Damit es zwischen Klatschmohn und Klangspielen noch gemütlicher wird – und es noch mehr Begegnungen gibt.