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Bahnstreik mit erheblichen Folgen für blinde und sehbehinderte Klienten der Nikolauspflege

06.05.2015

Der Streik erwischt uns wieder volle Breitseite“, fasst Ulrike Bauer-Murr, Geschäftsbereichsleiterin des Bereichs Berufliche Bildung die aktuelle Situation für die Nikolauspflege zusammen. Teile der Maßnahmen mussten bereits ausgesetzt werden, da die Klientinnen und Klienten ihren Ausbildungsort am Kräherwald nicht erreichen können. Die Wegstrecken zwischen Wohn- und Ausbildungsort sind vielen versperrt, Kompensationsmöglichkeiten nicht im Angebot. Heimfahrt am Abend? Am Wochenende? Fehlanzeige. Umgekehrt werden all diejenigen, die am Samstag planmäßig zum lange anberaumten Ehemaligentreffen des Berufsbildungswerks anreisen wollten, ihr Ziel nicht erreichen können.

Auch beim NIKOSehzentrum, dem Reha-Fachgeschäft der Nikolauspflege in der Stadtmitte, bleiben die Kunden aus. „Die Leute rufen an und sagen ihre Termine ab, weil sie nicht kommen können“, so Hilfsmittel-Berater Timm Hoppe. Wenn öffentliche Verkehrsmittel in diesem Ausmaß ausfallen, sitzen blinde und sehbehinderte Menschen ganz einfach fest. Eine Unterscheidung zwischen denjenigen, die sich in dieser Situation anderweitig behelfen und z.B. aufs Auto umsteigen können und Personen mit Handicap, für die es an dieser Stelle keine Alternative gibt, wird von Politik und Gesellschaft nicht getroffen.

Die Nikolauspflege hat wiederholt darum gebeten, dass die Verkehrsbetriebe für solche Fälle Vorsorge treffen und ein Angebot für mobilitätseingeschränkte Menschen formulieren, die durch den Streik regelrecht vom Alltag abgeschnitten sind. Tatsächlich wiederholt sich lediglich das immer gleiche Muster.