Für Sie gefunden!

Am vergangenen Freitag, dem 21. Oktober, wurde in Freiburg erstmals der von der IT-Firma Nuance Communications gestiftete Torsten Brand Preis verliehen. Das Projekt „Look and Listen Map“ von Annette Thurow und Peter Wendorff ist der Gewinner des mit 7.000 Euro dotierten Preises. Die Preisträger haben ein barrierefreies Onlineportal für Karten- und Routing-Services realisiert, das auf frei nutzbare Geodaten zurückgreift und für Sehende wie für Menschen mit Seheinschränkung nutzbar ist. Durch stetige Aktualisierung und barrierefreie Editiermöglichkeiten gibt es den Nutzern ein nachhaltiges Onlinewerkzeug an die Hand und erhöht die Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen. 

Mit dem Torsten Brand Preis erinnert die Firma Nuance Communications an ihren ehemaligen Mitarbeiter Torsten Brand, der im vergangenen Jahr im Alter von nur 47 Jahren verstorben ist. Brand, selbst blind, war unter anderem Hauptentwickler von „Talks“, einer Sprachausgabe- und Bildauslese-Software für Mobiltelefone. Der Torsten Brand Preis fördert Ideen und Projekte, die Menschen mit Seheinschränkungen durch praktische Erleichterungen im Umgang mit Technik einen besseren Zugang zu Informationen und Kommunikation eröffnen.

Die Jury des Torsten Brand Preises 2011 bildeten Arnd Weil, VP und General Manager Automotive Business von Nuance Communications, Corinna Brand, Witwe von Torsten Brand, Verena Bentele, vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin, sowie Vertreter verschiedener Blinden- und Sehbehindertenorganisationen: Peter Brass, Interessengemeinschaft sehgeschädigter Computernutzer (ISCB), Wilhelm Gerike, Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), und Rudi Ullrich, Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista).

Verena Bentele bescheinigt dem Siegerprojekt großes Potenzial: „Als Sportlerin weiß ich, wie wichtig Mobilität für jeden Menschen ist. Beim Wettkampf habe ich einen Begleitläufer, der mir die Strecke durch seine Stimme erklärt. Den Weg zum Training oder Wettkampf muss ich jedoch selbst zurücklegen. Um auch im Alltag selbstständig zu sein, ist eine Navigationshilfe ein guter Begleitläufer für die Zukunft.“

Der DBSV schreibt: „(...) hat das Projekt ‚Look and Listen Map’ besonders überzeugt, da jeder Benutzer das Onlinekartenmaterial eigens aktualisieren und ergänzen kann“, erklärt Rudi Ullrich, Mitglied des DBSV-Präsidiums. „So können markante Punkte für sehbehinderte und blinde Fußgänger integriert werden, die für Sehende oft ohne jede Bedeutung sind.“

Weitere Informationen