Am 04.02.besuchte das JES (Junges Ensemble Stuttgart) die Berufsfachschule der Tilly-Lahnstein- Schule. Mithilfe einer adaptierten und modernisierten Inszenierung des literarischen Werks „Woyzeck“ von Georg Büchner zeigten die Darstellerinnen Carmen, Yasemin, Ipek und Nadja Rui, wie häufig auch heute noch Frauen auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Formen Gewalt ausgesetzt sind.
Im Gegensatz zur literarischen Vorlage interpretiert das JES die Handlung aus Sicht von Marie, der Freundin Woyzecks – und dies gleich doppelt. Denn beide Schauspielerinnen nehmen die Rolle Maries ein: Sie tragen den gleichen Vornamen und beide hellblaue Hosenanzüge. Die beiden Maries hinterfragen patriarcharle und gesellschaftliche Bedingungen, die dazu führen, dass Frauen Gewalt angetan wird.
Mal laut, mal leise, mal mit Humor, mal wütend, mal auf dem Tisch liegend und stehend, mal durch die Stuhlreihen laufend sprachen die Schauspielerinnen die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule direkt an und ließen sie aktiv an dem Theaterstück teilhaben. Ein integriertes „Wer-wird-Millionär“-Quiz verdeutlichte aufwühlende Fakten und Zahlen zum Thema.
Was die Aufführung des JES besonders hervorhob: Nicht wegsehen, veraltete Normen hinterfragen und aufbrechen, wenn es um Gewalt an Frauen geht. Man muss keine Frau sein, um dafür einzustehen – das kann jede/r!!!