Schule für Mehrfachbehinderte

Grundlage der pädagogischen Arbeit sind der Bildungsplan der Schule für Blinde und Sehbehinderte und der Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte. An der Königin-Olga-Schule wird außerdem der Bildungsplan Förderschule eingesetzt. Während der Bildungsplan die Themen, Inhalte und allgemeinen Lernziele vorgibt, greift der Förderplan die individuellen Lernvoraussetzungen jedes Einzelnen auf. Die einzelnen Förderbereiche reichen von Kommunikation und Motorik über Wahrnehmung, Orientierung und Mobilität (O&M) bis zum Lern- und Arbeitsverhalten und der sozial-emotionalen Entwicklung.

Unterrichtsgestaltung

Ein multiprofessionelles Team aus Sonderschullehrern, Fachlehrern für Geistig- und Körperbehinderte ist verantwortlich für die Unterrichtsgestaltung. Unterstützt werden sie von Orthoptisten, O&M- und LPF-Trainern, Ehrenamtlichen, Zivildienstleistenden und Helfern im Freiwilligen Sozialen Jahr. Unterricht findet in der Klasse, in Lerngruppen und in der Einzelförderung statt. Anstelle einer starren Fächereinteilung stehen Lernfelder (Selbstversorgung, Umwelterfahrung, Gestaltung, Mengen und Größen u.a.) und Projektarbeit.

Berufsschulstufe / Praxisstufe

Nach Ende der Schulpflicht ist die Berufsschulstufe eine Brücke zwischen Schulzeit und Arbeitsleben, Jugend und Erwachsenenalter, auch zwischen gesellschaftlich geschützten und ungeschützten Räumen. Jugendliche erhalten hier die notwendige Unterstützung bei der Bestimmung eines geeigneten Lebens- und Berufswegs. Dazu gehören Fachpraxis und erste Einblicke ins Arbeitsleben genauso wie der Umgang mit Freunden und Fremden, Zeit und Geld, Handy und PC etc.

Bewegungsförderung

Bewegungsförderung zielt darauf ab, den Kindern und Jugendlichen ein gutes Gespür für Haltungen und Bewegungsabläufe zu vermitteln. Gerade bei mehreren und sehr schweren Behinderungen wird auf aktivierende Lagerungen und Haltungen geachtet, die sowohl Atmung und Stoffwechsel begünstigen als auch dem Körperbewusstsein zugutekommen.

Hilfsmittelversorgung

Viele Sehschädigungen verändern sich und bedürfen der regelmäßigen Überprüfung und Hilfsmittelanpassung. Dafür ist bei der Nikolauspflege als Bindeglied zwischen augenärztlicher und pädagogischer Betreuung eine Orthoptistin zuständig. Die Hilfsmittelversorgung für körperbehinderte Kinder und Jugendliche findet übergreifend und in enger Zusammenarbeit mit Orthopädiehäusern und Physiotherapeuten statt.

Therapeutische Angebote

Therapie- und Trainingsangebote, die ambulant oder im Rahmen des Unterrichts durchgeführt werden können, sind Bestandteil der individuellen Förderplanung. Ergo- und Physiotherapie, Orientierungs- und Mobilitätserziehung zählen ebenso zu den Bausteinen eines ganzheitlichen Ansatzes wie das Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten. Königin Olga-Schule und Haus am Dornbuschweg haben ein eigenes Therapiebad.