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Tag der offenen Tür beim Limeshof

Seit 13 Jahren gibt es den Limeshof der Nikolauspflege nun bereits. Und schon lange ist die Welzheimer Einrichtung für blinde und sehbehinderte Erwachsene auch mit mehreren Behinderungen gut ins städtische Leben integriert. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, den 20. Juni konnten sich die zahlreichen Gäste Einblicke in die Arbeit des Limeshofs verschaffen. Dies tat auch der neue Bürgermeister Thomas Bernlöhr, über dessen Interesse die Bewohner und Mitarbeiter sich ganz besonders freuten.

Neben für treue Gäste schon lieb gewonnenen Programmpunkten wie dem Auftritt der Limeshof-Band "Black Points", verschiedenen Mitmachangeboten und dem beliebten schwäbischen Sonntagsessen gab es auch ein interessantes Leitthema für diejenigen, die sich mit dem Thema Blindheit und Sehbehinderung noch nicht näher befasst haben: Warum sind die einzelnen Werkstatt-Arbeitsplätze so unterschiedlich gestaltet? Warum hat der eine eine knallgelbe Arbeitsunterlage und der andere eine schwarze? Warum ist der Arbeitsbereich im einen Fall extrem hell beleuchtet und im anderen wird vor zu viel Lichteinfall am Fenster geschützt? Ursula Sperrer-Kniep, Leiterin des Limeshofs, klärt ihre Gäste bereitwillig auf: "Sehbehinderungen können viele verschiedene Ursachen und vor allem verschiedene Auswirkungen haben. Sie können durch äußere Umstände verstärkt oder abgemildert werden. Der eine braucht besonders viel Licht, der andere ist hochgradig blendempfindlich. Sicher ist an dieser Stelle nur eins: Jede Sehbehinderung ist anders. Deshalb braucht jeder sehbehinderte Mensch die genau für ihn passenden Hilfen."
Weiter konnte man erfahren, dass es von größter Bedeutung ist, die individuelle Sehfähigkeit der Klienten laufend zu überprüfen. Dazu arbeiten die Fachdienste des Limeshofs eng mit den Betroffenen und deren Bezugspersonen zusammen.
"Wir müssen das Tastinteresse sowie das Sehinteresse unserer Klienten wachhalten, Anreize zur Eigenaktivität schaffen", erläutert die Limeshof-Chefin. "Deswegen auch die taktilen und visuellen Orientierungshilfen, die unterschiedliche Ausgestaltung der Arbeitsplätze, der Einsatz besonderer Leuchtmittel, starke farbliche Kontraste in der Küche, auf der Wohngruppe oder am Essplatz usw."
Viele helfende Hände waren bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Tages im Einsatz. Natürlich auch FSJ-ler (Freiwilliges Soziales Jahr) und ehrenamtliche Helfer, ohne die so manches Angebot nicht zu machen wäre, berichtet Heike Gennat, Leiterin des Wohnbereichs. "Außerdem haben drei junge Leute dieses Jahr ihre Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger/in beim Limeshof abgeschlossen und konnten übernommen werden", freut sich Gennat.
Unterstützung ist in jeder Form herzlich willkommen: Über den Förderverein, Zeit-, Sach- oder Geldspenden.

Sabine Lebherz
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Ursula Sperrer-Kniep, Telefon (0 71 82) 80 02-107, ursula.sperrer-kniep@nikolauspflege.de