Berufsbildungswerk Stuttgart

Sportförderzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen

Das von der Anton & Petra Ehrmann Stiftung finanzierte Projekt „Sportförderzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen“ dient dazu, sehgeschädigte Menschen im Rahmen des Sports zu fördern, zu begeistern und zu qualifizieren. Dies geschieht in Kooperation mit verschiedenen Partnern:

  • Beim MTV Stuttgart, einem der größten Sportvereine Stuttgarts, werden im Bereich Breitensport in zwei Sportarten, Muskelfitness und Aikido, sehgeschädigte Menschen in die regulären Trainingsgruppen integriert und angeleitet. Die Trainer nehmen sich speziell der blinden und sehbehinderten Sportler an, mit Unterstützung durch weitere Trainerassistenten. Beim MTV Stuttgart spielt ebenso die hiesige und sehr erfolgreiche Mannschaft im Blindenfußball, die in den letzten beiden Jahren sogar Deutscher Meister wurde. Der MTV Stuttgart ermöglicht einem blinden Sportler eine Qualifizierung zum Fitness-Trainer, mit umfassendem Einsatz im vereinseigenen Fitnessstudio.
  • Das Tandemfahren mit blinden und sehbehinderten Menschen als Co-Piloten wird in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfeorganisation Pro Retina (Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen), dem Radsportverein 1. RV Stuttgardia Stuttgart 1886 e.V. sowie dem MTV Stuttgart organisiert.
  • Der WBRS (Württembergischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V.) unterstützt das Sportförderzentrum bei der Organisation von internationalen Turnieren und Nachwuchslehrgängen im Blindenfußball, ebenso bei der Förderung und Talentsichtung im Skilanglauf für sehgeschädigte Menschen.

EnBW, CreditPlus und Türenmann

Seit vielen Jahren finden zwischen der kaufmännischen Ausbildung des Berufsbildungswerks Stuttgart und den Ausbildungsabteilungen verschiedener Firmen Kooperationen statt. So gibt es einen jährlichen Austausch zwischen Azubis der CreditPlus Bank, Filiale Stuttgart, und Azubis der Nikolauspflege. Hierbei stehen im Vordergrund das gegenseitige Kennenlernen in den jeweiligen Ausbildungsbereichen, aber auch gemeinsame Aktionen, wie der Besuch des Aktivparks Bergheide oder des Europäischen Parlaments in Straßburg.

Kaufmännische Azubis der Nikolauspflege unterstützen die Auszubildenden der EnBW beim Verkauf der Produkte aus der Lehrwerkstatt auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt.

In Kooperation mit der Firma Türenmann GmbH wurden angehende Schreiner und Bürokaufleute von kaufmännischen Auszubildenden der Nikolauspflege in die Welt der sehbehinderten und blinden Menschen eingeführt. Mit Hilfe von Simulationsbrillen lernten die Azubis von Türenmann die Schwierigkeiten im Alltag, aber auch die Leistungsfähigkeit im Beruf kennen. Im Gegenzug errichteten die Schreiner für die Außenstelle der kaufmännischen Ausbildung in der Schlossstraße eine funktionale und attraktive Garderobe.


Freizeitangebot „Augen-Blick mal!“

Von September 2006 bis August 2008 war „Augen-Blick mal! Blinde und sehbehinderte Menschen erleben ihren Stadtteil“ eines von 14 Projekten, die von der Landesstiftung Baden-Württemberg mit insgesamt über 1 Mio. Euro gefördert werden. Ziel aller geförderten Projekte ist die Förderung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung.

Seit Januar 2009 wird das Projekt „Augen-Blick mal!“ von der Anton & Petra Ehrmann Stiftung gefördert.

Das Ziel des Projekts ist, blinden und sehbehinderten Auszubildenden des Berufsbildungswerks Stuttgart die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe in den Bereichen Freizeit (Sport, Kultur, Bildung) zu ermöglichen. Durch nachhaltige Lernerfahrungen in den Bereichen Kommunikationsfähigkeit, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, Motivation und Eigenverantwortung sollen die Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt verbessert werden, denn Freizeit ist ein wichtiger Lernort zum Erwerb sozialer Kompetenzen. Gerade durch die Verknüpfung von Träumen, Wünschen und Zielen ist die eigene Freizeit eine ideale Ergänzung zur schulischen und beruflichen Bildung. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Freizeitleben jedoch ein Bereich, in dem sie immer wieder vor große Hürden gestellt werden. Durch die verschiedenen Angebote des Projekts „Augen-Blick mal!“ sollen diese Hürden abgebaut und die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verstärkt werden.

Die Anton & Petra Ehrmann Stiftung hat beschlossen, das Projekt bis 31.12.2012 weiter zu fördern.

Informationen zum Projekt Augen-Blick-Mal finden sie hier