Meine Jahre an der Betty-Hirsch-Schule

Hospitation

An meinem Probeschultag wusste ich noch gar nicht, dass ich später so tolle Freunde finde. Ich war damals bei der ersten Klasse zu Besuch. Partnerarbeit mit einem Jungen namens Niko musste ich machen, und wir haben uns gestritten. Auf dem Pausenhof fand ich gleich Merve und Adeline, mit denen ich die Pause verbracht habe. Der restliche Schultag war richtig gut; nach dem Mittagessen sind meine Mama und ich aber nach Hause gefahren.

1. Klasse

Mein erster Tag im ersten Jahr war auch gut: Ich habe nämlich gleich mit Zamira Freundschaft geschlossen. Frau Wahl, meine Lehrerin, war auch sehr nett. Ich fand mich am Anfang noch nicht so gut zurecht, doch dann wurde es besser. Mir gefielen die Projekte auch sehr. Mitten im Jahr, als Frau Wahl krank wurde, befürchtete ich, wir würden eine schlechte Lehrerin bekommen, aber wir bekamen ja Frau Laudahn, die inzwischen Holländer heißt! Meine Freunde und ich hatten sehr viel Spaß miteinander. Ich fand es schade, dass die Sommerferien so schnell kamen.

2. Klasse

Mein zweites Schuljahr war auch voll der Hammer. Dass Valentina in unsere Klasse kam, fand ich am Anfang doof, denn sie machte alles mit Zamira zusammen und ich fühlte mich vernachlässigt. Doch dann spielten wir drei zusammen und gingen gemeinsam durch dick und dünn. Weil ich nicht oft mit Jungen spielte, interessierte es mich nicht so sehr, dass Sascha während des Schuljahres in die Klasse kam. Ich fand es toll, dass wir Frau Laudahn noch mal bekommen haben. Mit ihr machten wir viele Ausflüge, was eine schöne Abwechslung in die Schultage brachte. Doch an dem dritten Projekttag passierte folgendes Unglück: Ich bin von der Seilbahn gefallen und habe mir den Arm gebrochen. Das hat mir echt großen Verdruss bereitet!

3. Klasse

Das dritte Schuljahr hat etwas Gutes und etwas Schlechtes an sich gehabt. Das Schlechte kam zuerst: Valentina verließ die Schule. Das war das Traurigste,  was ich in der Schule erlebt habe, denn ich hatte mich an Valentinas Gegenwart gewöhnt. Das Gute war: Frau Laudahn sagte uns, dass wir ins Schullandheim gehen sollten! Ich war damals hin- und hergerissen von der Aussicht, dass wir so lange von unseren Eltern getrennt sein würden. Einerseits fand ich das sehr cool, aber andererseits hatte ich auch Sorge, dass mir meine Eltern zu sehr fehlen würden. In der Zeit im Schullandheim fehlte mir an nichts, ich wäre am liebsten für immer dort geblieben, doch alles muss mal zu Ende gehen, und so war ich auch ganz froh, meine Mama wieder zu sehen.

4. Klasse

Als vor den Herbstferien die Botschaft kam, Frau Laudahn würde heiraten und dann „Frau Holländer“ heißen, habe ich gedacht, es würde jetzt ganz anders sein, aber da habe ich mich getäuscht, denn ich konnte mich schnell an den Namen „Holländer“ gewöhnen. Nach den Herbstferien sagte Frau Holländer, dass sie ein Baby bekommen würde. Dann sollten wir auch noch im 2. Halbjahr Herrn Eichholz haben. Am Anfang des 2. Halbjahres dachte ich: „Dieses Halbjahr wird voll der Reinfall.“ Aber es war eigentlich ganz normal; aber auch irgendwie anders: Die Arbeiten waren ein bisschen strenger und es war einfach ein anderer Lehrer. Dass wir mit Frau Mailänders Klasse ins Schullandheim in die „Kleine Schweineschule“ gingen, war richtig cool. In dieser Zeit habe ich mich selbst wie ein kleiner Bauer bei der Arbeit gefühlt, denn es war ja auch fast so. Dieses Schullandheim war zwar länger als das erste, aber das erste war immer noch schöner. In der Zeit nach dem Schullandheim standen Ausflüge mit anderen Klassen auf dem Programm. Die Ausflüge fand ich immer toll.

5. Klasse

Die vielen Ausflüge mit unserer Klasse haben mir sehr gefallen. Das Skischullandheim vor den Faschingsferien war super. Wir waren eine ganze Woche im Schnee und ich konnte richtig Skifahren lernen (Langlauf). Jetzt muss ich immer daran denken, dass ich nächstes Schuljahr nicht mehr da bin, und das ist sehr, sehr schrecklich. Aber jetzt freue ich mich noch auf die wenigen Schulwochen. Und wenn ich nicht mehr in der Nikolauspflege bin, werde ich mich immer an diese Schule gerne zurückerinnern!

Anna-Lena Fischer, ehemalige Schülerin der Betty-Hirsch-Schule, 2011