Das höchste Gut ...

„Das höchste Gut des Menschen ist sein Augenlicht“
Augenerkrankungen können zu hochgradigen Sehbehinderungen oder gar Blindheit führen.
In jedem Alter bedeutet der Verlust der Sehkraft eine Schmälerung der Lebensqualität und der Selbstständigkeit in einem vorher nie gekannten Ausmaß. Es bedarf meist der Hilfestellung in fast allen Belangen, sei es von Angehörigen, professionellen Institutionen oder kirchlichen Stiftungen, wie den NIKOSehzentren.

Als Tochter einer an seit fünf Jahren an Makula erkrankten und laut Augenarzt  „austherapierten“, 87-jährigen Mutter weckte der Aktionstag „Auge im Blickpunkt“ des NIKOSehzentrums Ludwigshafen in der Regionalzeitung „Rheinpfalz“ Anfang Oktober 2010 mein besonderes Interesse.

Am 9. Oktober 2010 lernte ich Frau Tamara Niemes, Leiterin des NIKOSehzentrums, Regionalstelle Ludwigshafen am Rhein, kennen, die mir neben einer freundlichen und einfühlsamen Beratung sogleich zahlreiche Hilfsmittel für Sehbehinderte vorstellte, von denen in erster Linie die „sprechende Uhr“ und der „sprechende Wecker“ für meine Mutter ein nicht mehr wegzudenkendes Hilfsmittel bedeutet. Ebenso konnte ich mich anhand der mir übergebenen Broschüren mit all ihren nützlichen Adressen und Ratgebern orientieren und bekam eine Übersicht über die zahlreichen Hilfsangebote.

Einer Publikation war kürzlich zu entnehmen, dass derzeit 2 bis 2,5 Millionen Menschen in Deutschland von der Makula-Augenerkrankung betroffen sind, Tendenz steigend. Im Hinblick auf diese Erkenntnis wäre es von Vorteil, in den kommenden Jahren die Unterstützung neben der schulischen und beruflichen Ausbildungsförderung auch für Angehörige von älteren, sehbehinderten Personen auszubauen, um qualifizierte Hilfestellungen in vielfältiger Art und Weise erhalten zu können, da die behandelnden Augenärzte sich ausschließlich auf Kontrolluntersuchungen bei älteren Menschen beschränken.
In den Wartezimmern der Ärzte weisen seit Jahren Plakate auf diverse Krebsvorsorgeuntersuchungen, sog. IGel-Leistungen, sogar Geschenkgutscheine für IGel-Leistungen hin, man distanziert sich sogar gegenüber Patienten mit großen Lettern als Nutznießer von den leidigen Quartalsgebühren. Wenn aktuell bekannt ist,  dass jeder Vierte über 65 Jahren ein Risiko in sich trägt, an Makula zu erkranken, wäre eine Aufklärung über diese Krankheit, u.a. Vorsorge mittels Plakaten – ebenfalls vornehmlich in Augenarztpraxen –, mehr als ratsam. Der „graue Star“, der durch Lasertechnik behoben werden kann, ist den meisten älteren Menschen bekannt, über die  „Makula“-Erkrankung wissen erschreckend wenige Leute Bescheid.
Eine weitere Variante wäre eine Publizierung der aktuellen NIKOSehzentren mit ihren Angeboten in der zweimal monatlich erscheinenden und in Rundfunk und TV propagierten Apothekenrundschau oder Seniorenratgeber. Auch Flyer, die in den Praxen ausliegen, wären hilfreich sowie Artikel in Zeitschriften, die wöchentlich und kostenlos an die Haushalte in allen größeren Städten verteilt werden.
Es wäre wünschenswert, wenn es der Wissenschaft in ihren Bemühungen um die Heilung der Makula-Erkrankung gelingen würde, den Durchbruch zu schaffen.

Bis dahin sollte der Grundsatz gelten: Aufklärung bzw. Vorsorge tut Not, morgen könnte man ebenfalls zu den Betroffenen gehören.